{"id":9509,"date":"2019-03-06T18:34:54","date_gmt":"2019-03-06T16:34:54","guid":{"rendered":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/?page_id=9509"},"modified":"2019-03-06T19:06:46","modified_gmt":"2019-03-06T17:06:46","slug":"boehm2019","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/artists\/boehm\/boehm2019\/","title":{"rendered":"Marcela B\u00f6hm: Was sich nicht ver\u00e4ndert (2019)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/WoSindDennDieHunde-www.jpg\" alt=\"\" width=\"865\" height=\"408\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9511\" srcset=\"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/WoSindDennDieHunde-www.jpg 865w, http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/WoSindDennDieHunde-www-600x283.jpg 600w, http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/WoSindDennDieHunde-www-450x212.jpg 450w, http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/WoSindDennDieHunde-www-768x362.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 865px) 100vw, 865px\" \/><\/p>\n<p>Marcela B\u00f6hm. Was sich nicht ver\u00e4ndert.<br \/>\n16. M\u00e4rz &#8211; 27. April 2019<br \/>\nEr\u00f6ffnung: Freitag, 15. M\u00e4rz 2019, 19 Uhr<\/p>\n<p>Man kennt die Geschichte von Dorian Gray, dessen immer b\u00f6sartiger werdenden Gem\u00fctsbewegungen Spuren auf seinem gemalten Portrait, nicht aber in seinem Gesicht und auf seiner Haut hinterlassen, so dass auch der Gealterte noch mit strahlenden J\u00fcnglingsz\u00fcgen gl\u00e4nzt. Die charakterliche Ver\u00e4nderung spiegelt sich ausschlie\u00dflich in seinem Bildnis.<br \/>\nDas ist gerade die Antithese zu Marcela B\u00f6hms \u201eWas sich nicht \u00e4ndert\u201c. Urspr\u00fcnglich hat sich B\u00f6hm zu diesem Titel von einem Lied von Mercedes Sosa inspirieren lassen, in dem es hei\u00dft: \u201eAlles ver\u00e4ndert sich, so wie ich mich in diesem fremden Land ver\u00e4ndere. Was sich nicht ver\u00e4ndert, ist die Liebe und der Schmerz und die Erinnerungen an mein Land und an meine Leute.\u201c Aber es sind doch auch die Gef\u00fchle und die Erinnerungen, die einem st\u00e4ndigen Wandel in der Wahrnehmung ausgesetzt sind. Was einzig bleibt und sich eindeutig nicht ver\u00e4ndert ist das Bild, hier also das Gem\u00e4lde. Darauf ist Verlass.<\/p>\n<p>Marcela B\u00f6hm kam mit 21 Jahren aus Buenos Aires nach Deutschland, um Kunst zu studieren, und sie ist geblieben. Mit der Mutter aus Argentinien und dem Vater aus Deutschland hatte sie aber von Geburt an eine Mittelstellung zwischen beiden L\u00e4ndern, die sich wiederkehrend auch in ihren Malereien bezeugen l\u00e4\u00dft. Ihre Bilder sind Momentaufnahmen erlebter Situationen, die oft beil\u00e4ufig skizziert sind. Tafel- und Alltagsszenen, spielende Kinder und Swimming Pools, Architekturen (meist aus Buenos Aires), Interieurs, Portraits: B\u00f6hm zeigt uns ihren sehr eigenen Blick auf Vertrautes und weniger Vertrautes, und blendet das Abgr\u00fcndige dabei nicht aus.<br \/>\nSo blickt der alternde Mann unseres Titelbildes verloren auf die trostlosen Fassaden gegen\u00fcber. Unser Blick \u00f6ffnet sich auf eine geordnete K\u00fcche, ein paar anspruchslose Gr\u00fcnpflanzen und Kakteen, und einen W\u00e4schest\u00e4nder mit nassen Handt\u00fcchern. Der Mann steht auf der Schwelle seines Balkones, als w\u00fcrde er ungest\u00f6rt das Geschehen der Stadt beobachten wollen, ohne selbst gesehen zu werden. Es herrscht eine Stimmung der Melancholie, die durch den Titel \u201eGestern Verloren\u201c noch gest\u00fctzt wird: Es liegt nicht fern, hier einen Mann zu sehen, der seine Einsamkeit mit Ablenkungen wie vielleicht dem Wettspiel zu unterdr\u00fccken sucht. Wem das zu weit greift: Marcela B\u00f6hm bietet stets viele Deutungsoptionen, zumeist ist aber ein beunruhigendes, existenzielles Element enthalten, das eine glatte und harmonische Lesart ausschlie\u00dft. So formulierte der Kurator Martin Engler:<br \/>\n\u201cDass wir uns mit der Malerin nie zwischen Traum und Alptraum entscheiden k\u00f6nnen, macht die Qualit\u00e4t dieser Malerei aus. Das Vertraute wird fremd und unerreichbar, das Allt\u00e4gliche bedrohlich und ungewohnt. \u2026 Die Malerei Marcela B\u00f6hms ist in dieser Lesart in ihrer Sch\u00f6nheit ebenso wie in ihren abrupten, teils brutalen Br\u00fcchen ein best\u00e4ndiger Kampf um Sichtbarkeit &#8211; um Bilder, anhand derer wir uns unserer Geschichte und unserer selbst versichern k\u00f6nnen.\u201d &#8211; Insofern scheint aber in den allt\u00e4glichen und besonderen Szenerien und Figuren in ihren Arbeiten nichts weniger als auch ihre eigene Geschichte auf.\n<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/category\/exhibitions2019\/2019-03marcelaboehm\/\">Posts zu dieser Ausstellung<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/artists\/boehm\/\">CV Marcela B\u00f6hm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marcela B\u00f6hm. Was sich nicht ver\u00e4ndert. 16. M\u00e4rz &#8211; 27. April 2019 Er\u00f6ffnung: Freitag, 15. M\u00e4rz 2019, 19 Uhr Man kennt die Geschichte von Dorian Gray, dessen immer b\u00f6sartiger werdenden Gem\u00fctsbewegungen Spuren auf seinem gemalten Portrait, nicht aber in seinem Gesicht und auf seiner Haut hinterlassen, so dass auch der Gealterte noch mit strahlenden J\u00fcnglingsz\u00fcgen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/artists\/boehm\/boehm2019\/\" class=\"more-link\">Read more<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Marcela B\u00f6hm: Was sich nicht ver\u00e4ndert (2019)&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9510,"parent":1128,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"2.12.2","language":"ru","enabled_languages":["de","en","ru"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ru":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"featured_media_urls":{"thumbnail":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www-450x212.jpg",450,212,true],"medium_large":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www-768x362.jpg",768,362,true],"large":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",950,448,false],"1536x1536":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",968,456,false],"2048x2048":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",968,456,false],"inspiro-featured-image":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",968,456,false],"inspiro-loop":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",679,320,false],"inspiro-loop@2x":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",968,456,false],"woocommerce_thumbnail":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www-300x300.jpg",300,300,true],"woocommerce_single":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www-600x283.jpg",600,283,true],"woocommerce_gallery_thumbnail":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www-100x100.jpg",100,100,true],"portfolio_item-thumbnail":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",600,283,false],"portfolio_item-thumbnail@2x":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",968,456,false],"portfolio_item-masonry":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",600,283,false],"portfolio_item-masonry@2x":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",968,456,false],"portfolio_item-thumbnail_cinema":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",711,335,false],"portfolio_item-thumbnail_portrait":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",600,283,false],"portfolio_item-thumbnail_portrait@2x":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",968,456,false],"portfolio_item-thumbnail_square":["http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/GesternVerloren-www.jpg",800,377,false]},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9509"}],"collection":[{"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9509"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9509\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9524,"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9509\/revisions\/9524"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1128"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9510"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/relaunch.galerie-obrist.de\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9509"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}